In the movies: Rush

9 Nov
(Scroll down for English version.)

Was habe ich mit Formel 1 zu tun? Nichts. Es geht um irgendwelche Typen, die im Kreis fahren und die Luft verpesten. Warum ich mir Rush trotzdem angeguckt habe? Weil ich das Gefühl hatte, dass es ein guter Film ist. Und das Gefühl hat sich bestätigt.

Zwei Männer, die eigentlich wenig gemeinsam haben: James Hunt (Chris Hemsworth), ein charmanter Playboy, der einfach nur Spaß im Leben haben will. Und Niki Lauda (Daniel Brühl), ein überaus korrekter Sicherheitsfan, der sich wenig Freunde mit seiner trockenen Art macht. Und doch sind sie sich ähnlicher, als sie glauben wollen: Beide kommen aus gutem Haus, nehmen kein Blatt vor den Mund und haben ein großes Ziel: Formel-1-Weltmeister werden. Nur steht ihnen dabei der jeweils andere als großer Konkurrent und Erzfeind im Weg. E ist 1976 und die Formel 1 erlebt eine Saison wie für Hollywood gemacht – mit dem bekanntermaßen traurigen Höhepunkt: einem Unfall bei dem Niki Lauda fast ums Leben kommt und schwerste Verbrennungen erleidet.

Nein, Formel 1 interessiert mich immer noch kein Stück. Dennoch hat mir Rush gefallen. Das lag in erster Linie an der unglaublich guten Kameraführung. Kameramann Anthony Dod Mantle hat nicht nur wirklich schöne Bilder geschossen, mit viel Liebe zum Detail, Rush schafft es auch, gleichzeitig das Gefühl der 70-er einzufangen und modern zu wirken. Zum zweiten hatte ich nicht das Gefühl, dass diese ohnehin äußerst spannende Geschichte für Hollywood glatt gebügelt wird. Rush beschönigt nichts. Wer keine Unfälle und Blut sehen kann, sollte sich den Film also besser nicht ansehen. Außerdem verzichtet Ron Howard auf einen klaren Antagonisten: Weder Hunt noch Lauda sind wirklich sympathisch, aber keiner wird als der “Böse” dargestellt, es ist zu gleichermaßen die Geschichte von beiden Männern.

Ein Biopic und Mut zur Hässlichkeit gelten ja als beste Voraussetzungen für einen Oscar. Hat “unser Junge” Daniel Brühl also eine Chance? Durchaus, denn er spielt wirklich herausragend. Allein schon sein gebrochenes Österreich-Englisch finde ich überaus gelungen – man sollte sich den Film also im Originalton ansehen. Überhaupt werden die Deutschen (oder vielmehr Österreicher) hier ausnahmsweise auch mal von Deutschen dargestellt, weswegen der Film zu großen Teilen zweisprachig läuft. Chris Hemsworth auf der anderen Seite konnte sich vielleicht nicht ganz mit Brühl messen. Ich muss allerdings meinem Freund widersprechen, der meint, er wäre einfach nur “Thor in einem Auto”: Habe ich Hemsworth bisher einfach nur für ein hübsches Gesicht gehalten, hat er mich doch positiv überrascht.

Fazit: Auch für Nicht-Fans der Formel 1 ein überaus gelungener Film. Er könnte nur 20 Minuten kürzer sein.

PS: Woran liegt es einfach, dass gesetzte “erwachsene” Herren es nicht schaffen, länger als fünf Minuten im Kino die Klappe zu halten und sich dabei nicht mal die Mühe machen, zu flüstern? Ich erlebe das immer wieder, dass das “intellektuelle” Publikum in kleinen Kinos sich deutlich schlechter benimmt als Teenager in einem Blockbuster. Buh!

What do I have to do with Formula One? Nothing. It’s about guys who drive in circles and poison the air. Why I still watched Rush? Because I had the feeling that it’s a good movie. And my feeling was right.

Two men who have little in common: James Hunt (Chris Hemsworth), a charming playboy who just wants to have fun in life. And Niki Lauda (Daniel Brühl) an extremely accurate savety fan who makes little friends with his honest way. Und still they have more in common as they want to believe: Both come from rich families, both are outspoken and both have one big aim: to become Formular One champion. Just that the other is in their way as rival and archenemy. It’s 1976 and Formular One experiences a season made for Hollywood – with the well known sad highlight: Niki Lauda almost dies in an accident and suffers most severe burns.

No, I’m still not interested in Formular One. Still I liked Rush. That’s primarily because of the incredible good camera work. Photographer Anthony Dod Mantle didn’t only shoot really beautiful pictures, with a lot of love for details, Rush also succeeds in catching the feeling of the 70s and being modern in the same time. Secondly I didn’t have the feeling that Hollywood had to smooth this already exciting story. Rush doesn’t euphemizes anything. Who has problems with blood and pain should not watch this movie. In addition Ron Howard abdicates a clear antagonist: neither Hunt nor Lauda are really likeable, bot none is displayed as the “bad guy”. It’s likewise the story of both men.

A biopic and courage for ugliness count as best conditions for an Acadamy Award. Does “our boy” Daniel Brühl have a chance? Absolutely, he acts oustandingly. The sheer broken Austrian English he speaks is extremely well done. In general the Germans (or Austrians) are for once played by Germans, so that the movie is bilingual for many parts. Chris Hemsworth on the other side couldn’t quite compete with Brühl. Still I have to disagree with my boyfriend who think that he’s just “Thor in a car”: Had I seen Hemsworth only as a pretty face before, I was pleasantly surprised by his acting.

Conclusion: Even for non fans of Formular One a great  movie. It just could be 20 minutes shorter.

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One Response to “In the movies: Rush”

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  1. The past week in pictures #13 | colin. the happy robot - 10. November 2013

    […] 2. Ich habe Rush im Kino gesehen. Guter Film. Mehr darüber hier. […]

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