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In the movies: Her

4 Apr

In der Liebe ist die Materie egal: Her im Kino.

HerWenn wir in Zukunft einen handgeschriebenen Brief erhalten, dann hat ihn vielleicht jemand anderes geschrieben. Jemand Feinfühliges, der das besser kann als wir. Jemand wie Theodore (brillant gespielt von Joaquin Phoenix), der so viel über dich weiß. Denn du gibst schon seit Jahren deine Briefe bei ihm in Auftrag. Über das Internet.
Theodores Welt ist nur einen Katzensprung von unserer entfernt. Sie trägt die Ästhetik der 70er mit gedeckten Farben, Oberlippenbärten und großen Brillen, wobei Theodore aussieht wie der Prototyp des 2014-Hipsters. Nur ist dieser Stil in der nahen Zukunft zur Alltagsnorm geworden. Sein Computer sieht aus wie eine neuere Version des Mac Books, die Bewegungssteuerung der Computerspiele funktioniert jetzt richtig gut und die Sprachsteuerung wurde mittlerweile perfektioniert. Was zur Folge hat, dass alle nur noch durch die Menschenmassen treiben und dabei mit sich selbst reden.
Soziale Kontakte beschränken sich auf ein Minimum aus Arbeitskollegen und wenigen engen Freunden. Das macht einsam. Alles, was man sich wünscht ist jemand, mit dem man reden kann. Jemand, der einen versteht. Gut, dass die Entwicklung der künstlichen Intelligenz einen Riesenschritt gemacht hat. Theodore besorgt sich ein auf ihn zugeschnittenes OS, das sich selbst Samantha (im Original gesprochen von Scarlett Johansson) tauft. Theodore, anfangs befremdet, baut bald eine tiefe Freundschaft zu Samantha auf … Und vielleicht sogar die große Liebe.
Ein Computer als die große Liebe? Was albern klingt, wird von Spike Jonze mit viel Feingefühl erzählt. Und warum denn auch nicht? In einer Zeit, in der viele Körper nur noch dafür da sind, auf Bürostühlen zu sitzen und auf Tastaturen zu tippen, wen interessiert es da noch, ob dein Gegenüber aus fester Materie besteht? Natürlich kann niemand in die Zukunft sehen und mit Sicherheit sagen, ob unsere Gesellschaft in wenigen Jahren so aussehen wird. Aber dafür ist Science Fiction auch nicht da. Science Fiction spinnt einfach nur die aktuelle gesellschaftliche und technische Situation weiter. Und ich finde Jonzes Interpretation absolut schlüssig. Mit Her ist ihm ein wunderschöner, feinfühliger Film gelungen.

Fazit: Ich hätte nie gedacht, das ich solche Sympathien für einen Computer entwickeln könnte. Her ist der beste und wahrste Film, den ich seit langem gesehen habe.

Regie: Spike Jonze
Darsteller: Joaquin Phoenix, Scarlett Johansson (Stimme), Amy Adams, Rooney Mara, Chris Pratt, Olivia Wilde
Drehbuch: Spike Jonze
Kamera: Hoyte van Hoytema

Love doesn’t care about material: Watched Her last night.
Kinotickets, Kino, cinemaWhen we receive a handwritten letter in the future, it might be be written by someone else. Someone more sensitive, that can do that better then we do. Someone like Theodore (brilliantly portrayed by Joaphin Phoenix) who knows so much about you. Because he already writes your letters for years. Via the internet.
Theodore’s world is just a stone’s throw away from ours. It has the aesthetics of the 70s with earthy colors, mustaches and big glasses, whereas Theodore looks like the prototype of a 2014 hipster. Just that this style already became every day norm in the near future. His computer looks like a newer version of the Mac Book, the motion controlling of computer games is pretty good right now and voice control has been brought to perfection. That causes that everybody just floats through the crowd and talk to themselves.
Social contact is limited to the minimum of colleagues and a few good friends. That makes lonely. Everything you want is someone you can talk to. Someone who understands you. Great that the development of artificial intelligence made a giant progress. Theodore gets himself an OS indivitualized on himself, that calls himself  Samantha (spoken by Scarlett Johansson). Theodore, alienated at the beginning, developes a deep friendship with Samantha soon … and maybe even love.
In love with a computer? What sounds ridiculous is told with a lot of sensitiveness by Spike Jonze. So why not? In a time where many of us only need their bodies to sit on desk chairs and to type on keyboards, who cares if your friend is of solid material? Of course no one can see into the future and tell us with certainty if our society will look like that in a couple of years. But that’s not the job of science fiction. Science Fictions just thinks further our current social and technical situation. I think Spike Jonze’s interpretation is absolutely coherent. He succeeded to write and direct a beautiful and sensitive film with Her.
Conlcusion: I never thought that I could evolve such sympathies for a computer. Her is the best and most realistic movie I’ve seen in a long time.
Director: Spike Jonze
Actors: Joaquin Phoenix, Scarlett Johansson (voice), Amy Adams, Rooney Mara, Chris Pratt, Olivia Wilde
Script: Spike Jonze
Cinematography: Hoyte van Hoytema

In the movies: August: Osage County

18 Mar

Im August in Osage County: Die Geschichte einer schrecklich anstrengenden Familie.

Kinotickets, Kino, cinemaDie Spirale der Gewalt. Wer glaubt, dass nur der Hang zu körperlicher Gewalt von Generation zu Generation weitergegeben wird, der irrt. Nein, es gibt da auch diese zersetzende Bosheit und Bitterkeit, die gerade Frauen oft so gut beherrschen. Violet Weston (Meryl Streep) und ihre Schwester Mattie Fae (Margo Martindale) mussten in ihrer Kindheit viele Enttäuschungen einstecken … Das hält sie allerdings nicht davon ab, ähnlich unbarmherzig zu ihren eigenen Kindern zu sein. Als Violets Mann stirbt, kommen ihre drei Töchter nach Hause: die empfindsame Ivy (Julianne Nicholson), die kokette Karen (Juliette Lewis) und Vaters Liebling Barbara (Julia Roberts). Wieviel haben sie von ihrer Mutter gelernt oder waren sie in der Lage, sich von der Bitterkeit zu lösen? Über allem steht die (selbst)gerechte Barbara – von ihrem Mann (Ewan McGregor) verlassen, mit der eigenen Tochter (Abigail Breslin) überfordert und ohne die nötige Selbstreflexion, zu erkennen, dass sie zu dem wird, was sie an ihrer Mutter hasst. Sicherlich könnten die Männer hier die nötige Kritik geben, doch die flüchten sich lieber in Drogen und Affären anstatt sich ihren überdominanten Frauen entgegenzustellen.
Schließlich sind es die vermeintlich Schwachen, die als einzige den Teufelskreis der Gewalt zu durchbrechen vermögen.

Mir hat Im August in Osage County vor allem wegen dieser vielschichtigen Eltern-Kind-Psychologie sehr gefallen. Allerdings finde ich, dass sie dabei etwas zu groß aufgefahren haben, was die Geschichte gar nicht unbedingt nötig hätte. Die tablettenabhängige Violet ist zwar ein faszinierender Charakter, von Meryl Streep exzellent gespielt (hätte jemand etwas anderes erwartet?), allerdings rückt die Drogensucht die Familie in ein gewisses Milieu. Dabei ist gerade diese Form der Dominanz und Bosheit von sozialen Schichten unabhängig und hätte auch ohne das zusätzliche Reizthema funktioniert. Des weiteren wäre es schön gewesen, wenn sich nicht alle permanent anschreien würden …

Das habe ich gelernt: Es ist durchaus hilfreich, das eigene Handeln mal zu überdenken. Und: Benedict Cumberbatch ist eindeutig nicht nur Sherlock. ❤

August: Osage County: The story of a terribly exhausting family.
The vicious circle of violence. Who thinks that only a strong leaning towards physical violance goes from generation to generation, is wrong. No, there is also this destroying malice and bitterness, which especially women are often so good at. Violet Weston (Meryl Streep) and her sister Mattie Fae (Margo Martindale) had to learn a lot of disappointments in their childhood … still that doesn’t keep them from being likely mean to their own children. When Violet’s husband dies, her three daughters come home: sensitive Ivy (Julianne Nicholson), kittenish Karen (Juliette Lewis) and daddy’s girl Barbara (Julia Roberts). How much did they learn from their mother or have they been able to detach themselves from the bitterness? In the center is self-righteous Barbara – dumped by her husband (Ewan McGregor), overextended by her own daughter (Abigail Breslin) and without the necessary sense of self to realize that she becomes to everything she hates about her mother. Surely the men could give the necessary critic but those rather hide in drugs and affairs instead of making a stand against their over-dominant wives.
Finally it’s the assumed weak who are the only ones who can break the vicious circle of violence.
I liked August: Osage County most of all because of the complex parent-child psychology. But I think that they overdid it a little, what the story didn’t really need. Addicted to pills Violet was indeed a fascinating character, excellently played by Meryl Streep (who expected something else?) but her addiction puts the family in a special milieu. But this kind of domination and malice is independent from social stratum and would have worked without this controversial issue. Further I would have prefered if all the people woudn’t shout at each other all the time …
What did I learn? It’s indeed helpful to reconsider your own actions once in a while. And: Benedict Cumberbatch is for sure more than Sherlock. ❤

In the movies: Philomena

5 Mar

Manchmal gucke ich Kinofilme, ohne irgendwas über sie zu wissen. Gestern war so ein Tag.

Philomena (Judi Dench) ist eine nette alte Omi, die gerne billige Liebesromane liest und sich über ein üppiges Frühstück freut. Und doch hat sie ein dunkles Geheimnis. Sie ist eine Sünderin, eine Schande vor Gott. Als junges Mädchen hat Philomena sich auf einem Jahrmarkt verführen lassen. Zur Strafe wurde das schwangere Mädchen in ein Kloster gesperrt … Und das Kind wurde ihr weggenommen.
Fünfzig Jahre später trifft die alte Frau auf den Journalisten Martin Sixsmith (Steve Coogan, der außerdem am Drehbuch und an der Produktion beteiligt war), den ein Polit-Skandal vor kurzem den Job gekostet hat. Kann Martin Philomena helfen, ihren Sohn zu finden und sich selbst damit rehabilitieren? Eine Reise in die Untiefen von Sünde und Lüge beginnt …

Eine wahre Geschichte über grausame Nonnen, die Mutter und Kind auseinanderreißen, ist ziemlich harter Stoff. Trotzdem schafft Stephen Frears (The Queen) es, dem Film eine amüsante Note zu verpassen, ohne den Respekt vor Philomena und ihrem Leid zu verlieren. Ehre gebührt dabei vor allem Judi Dench. Die ist 79 Jahre alt und halb blind. Das hält sie nicht davon ab, beruflich immer noch alle in die Tasche zu stecken. Ihre Philomena ist süß, ein bisschen naiv und zuweilen auch anstrengend, wie alte Leute eben sein können. Doch obwohl sie nicht immer den Überblick behält, bewahrt sie doch eine beneidenswert Autarkie und Stärke, von der man sich eine Scheibe abschneiden kann. Überrascht hat Judi Dench mich damit nicht. Ich habe nichts anderes von ihr erwartet.
Positiv beeindruckt bin ich hingegen von Steve Coogan, der mir erst letztes Jahr in Das Glück der großen Dinge aufgefallen und wegen seines lustigen Gesichts in Erinnerung geblieben war (ich mag Menschen mit lustigen Gesichtern). Coogan ist eigentlich eher als Comedian bekannt, kann Dench in diesem Duett aber durchaus standhalten. Hut ab.

Was habe ich gelernt? Wut ist auch keine Lösung.

Sometimes I watch movies in theatre I know nothing about. Yesterday was such a day.
Philomena (Judi Dench) is a nice old granny, who likes to read cheesy love novels and is happy about a nice breakfast. And still she has a dark secret. She’s a sinner, a shame in God’s eyes. As a young woman she was seduced on a fair. As punishment the pregnant girl was locked in an abbey … and the child was taken from her.
Fifty years later the old woman meets journalist Martin Sixsmith (Steve Coogan, who also wrote the screenplay and produced the movie), who lost his job after a political scandal. Can Martin help Philomena to find her son and get back to work by that? A journey through sin and lies begins …
A true story about cruel nons who seperate mother and child is a pretty tough plot. Still Stephen Frears (The Queen) manages to give the movie an amusing tone without losing the respect for Philomena and her suffering. This is most of all because of Judi Dench. Who is 79 years old and half blind. That doesn’t stop her from to run rings round all the other people. Her Philomena is cute, a little naive and also a bit exhausting like old people sometimes tend to be. But though she doesn’t keep track of everything, she still keeps a self-reliance and strength you can take as a model. Judi Dench didn’t surprise me with that. I didn’t expect anything else from her.
But I was positively impressed by Steve Coogan who caught my eye for the first time in What Maisie knew last year when I treasured his funny face (I like people with funny faces). Coogan was known as a comedian before but I think that he can bear the comparison with Dench in this duet. Hands down.
What did I learn? Rage is no solution.

In the movies: American Hustle

19 Feb

In the movies: American Hustle

So, American Hustle ist also einer der großen Oscar-Favoriten dieses Jahr. Ich habe mir den Film gestern angesehen und muss sagen, ich bin geteilter Meinung.

1978, das Jahr der schlechten Frisuren. Irving Rosenfeld (Christian Bale) ist ein einfacher, aber genialer Betrüger. Als er Sydney (Amy Adams) trifft, scheint er das Paradies gefunden zu haben. Die hübsche Rothaarige ist nicht nur seine Seelenverwandte, sondern auch eine clevere Partnerin in seinen krummen Geschäften. Es läuft bestesns, bis die beiden dem FBI-Agenten Richi DiMaso (Bradley Cooper) ins Netz gehen. Der macht ihnen ein Angebot: Wenn sie nicht in den Knast wollen, sollen sie ihm helfen, andere Betrüger zu fassen. Als Opfer wählt er Weltverbesserer und Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) aus. Alles könnte so gut sein … wenn da nicht noch Irvings Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) wäre … und die hat alles andere als ein ausgeglichenes Gemüt.

Amican Hustle ist eine Gangster-Komödie (in Deutschland übrigens FSK 6, in Amerika rated R, also ab 18 …) mit einigen Lachern und Wendungen, voller Liebe und Eifersucht … aber insgesamt keiner Story, die einen total vom Hocker haut. Überzeugend sind hingegen die Figuren: Sie haben positive und negative Seiten, egal ob Cop oder Verbrecher, und alle haben sie überzeugende Beweggründe für ihr Handeln. Wie Iriving so schön sagt: “Es ist nicht alles schwarz oder weiß, es ist tiefgrau.” Das Leben teilt Menschen schließlich nicht in “gut” oder “schlecht” ein. So ist es am Ende auch (Achtung Spoiler!) ausgerechnet der arme Carmine, der durch und durch gute Absichten hatte, der Einzige, der vor der Öffentlichkeit als der Böse bleibt.
Was den Film auf jeden Fall sehenswert macht, sind die herausragenden Schauspieler. Regisseur David O’Russell hat einfach sein erfolgreichen Teams von The Fighter (Oscar für Christian Bale, Nominierung für Amy Adams) und Silver Linings (Oscar für Jennifer Lawrence, Nominierung für Bradly Cooper) zusammengebracht, was seinen Darstellern dieses Jahr vier Oscar-Nominierungen (alle außer dem armen Jeremy Renner) eingebracht hat. (Schade nur, dass Amy Adams vermutlich gegen Konkurrentin Cate Blanchett (Blue Jasmine) verlieren wird. Dann geht die Arme schon das fünfte Mal leer aus.)

Fazit: Film wegen den Schauspielern angeguckt. Alles richtig gemacht.

So, American Hustle is one of the big oscar favourites this year. I watched the movie yesterday and I’m not totally convinced.
1978, the year of bad hair styles. Irving Rosenfeld (Christian Bale) is a simple but genius fraud. When he meets Sydney (Amy Adams) he seems to find paradise on earth. The pretty gingerhead is not only his soul sister but also a very clever partner in his funny business. Everything works out well until they fall into the trap of FBI agent Richi DiMaso (Bradley Cooper). He makes them an offer: If they don’t want to go to jail, they have to help him catch other frauds. He choses do-gooder and mayor Carmine Polito (Jeremy Renner) as victim. Everything could be great … if there weren’t Irving’s wife Rosalyn (Jennifer Lawrence) … she is anything but settled.
American Hustle is a gangster comedy (in Germany with an age limit 6, in America rated R) with some jokes and turns, a lot of love and jealousy … but finally no story to knock your socks off. But the characters are indeed convicing: They have positive and negative habits, no matter if they’re cop or criminal, and all have authentic motives. Like Iriving says: “The world isn’t only black and white, it’s deep grey.” Life doesn’t divide you into “good” or “bad”. So in the end it’s (spoiler!) of all people poor Carmine, who had just good and alturistic intentions, the only one who is the bad guy in public.
The great actors make the movie defenitely worth seeing. Director David O’Russell just brings this successful teams of The Fighter (Acadamy Award for Christian Bale, nomination for Amy Adams) and Silver Linging Playbook (Acadamy Award for Jennife Lawrence, nomination for Bradley Cooper) together. And all his actors got an Acadamy Award nomination this year (except for poor Jeremy Renner). (What a pity that it doesn’t seem as Amy Adams can compete against Cate Blanchett (Blue Jasmine). Looks as she will go away empty-handed for the fifth time.)
Conclusion: Watched movie because of the actors. Done everything right.

In the movies: The World’s End

19 Sep
(Scroll down for English version)

Wenn ich denke, dass ein Film nicht gut für meine armen Nerven ist, dann gucke ich ihn auch nicht. Das war meistens eine gute Entscheidung. Dummerweise habe ich so aber auch Shaun of the Dead verpasst.

Der Fehler wurde in dem Moment deutlich, als Simon Pegg als Montgomery Scott im 2009er Star Trek auftauchte und ich dachte: “Fuck, wer ist der Typ?” Seither habe ich versucht, meine Versäumnisse nachzuholen und so natürlich auch die ersten zwei Teile der “Blut und Eiscreme”- oder auch Cornetto-Trilogie gesehen. Und dabei festgestellt, dass Hot Fuzz der wahrscheinlich witzigste Film aller Zeiten ist.
Nun also endlich Teil 3 (wobei “endlich” relativ ist, wenn man erst dieses Jahr mit Teil 1 und Teil 2 angefangen hat) im Kino: The World’s End. Wieder nach dem Drehbuch von Simon Pegg und Edgar Wright. Wieder mit Edgar Wright auf dem Regiestuhl. Wieder mit Simon Pegg und Nick Frost in den Hauptrollen.
Fünf Freunde, zwölf Pubs: Gary King (Simon Pegg) ist eine abgefuckter Typ. Er war mal cool, ein Anführer, glücklich, aber jetzt ist er einfach nur noch ein Wrack, das im Jahre 1990 steckengeblieben ist. Dahin will er zurück. Mit seinen ehemaligen (!) Kumpels (Nick Frost, Martin Freeman, Eddie Marsan, Paddy Considine) will er endlich die größte Sauftour aller Zeiten abschließen. Dummerweise stellen sie dabei fest, dass ihr Heimatort nicht nur “gestarbucked” wurde, nein, die Bevölkerung wurde auch nach einer außerirdischen Invasion durch Roboter ersetzt. Und die reagieren ziemlich ungemütlich auf Störungen in ihrer Harmonie …
Ein bisschen Apokalypse, ein wenig Stepford Wives, ganz viel Wright-Pegg. Während Shaun of the Dead und Hot Fuzz noch das Horrorfilm- bzw. Action-Genre persiflieren, zitieren sich Edgar Wright und Simon Pegg mit The World’s End vor allem selbst. Das ist unterhaltend (wenn auch weniger lustig als Hot Fuzz), geht aber dennoch über stumpfe Berieselung deutlich hinaus. The World’s End ist ein Film über – natürlich – Freundschaft, aber auch den Hang der Menschheit zur Technisierung und Vernetzung (ein Thema, das gerade aktueller denn je ist) und die  Frage, ob es gesund ist, seine Jugend hinter sich zu lassen. Dabei ist Martin Freemans Charakter Oliver praktisch schon von Beginn an einer von denen, während Eddie Marsans Peter besser versuchen sollte, mit seiner Vergangenheit zu leben, anstatt mit ihr abzuschließen.
Ich muss ehrlich sein: In der ersten Viertelstunde fand ich Gary King unglaublich anstrengend (was auch an einem langen Arbeitstag plus Sport gelegen haben könnte). Doch mit steigender Gefahr und Alkoholgehalt der Figuren wurde The World’s End zunehmend entspannter, witziger und tiefgründiger. Und am Ende mochte man sogar Gary King … ein bisschen … na gut, sehr. (Aber was soll ich sagen? Ich stehe auf Simon Pegg, der Mann ist einfach großartig.)

When I think that a movie will do my poor nerves no good, I don’t watch it. Most of the times it’s a good decision. But stupidly I missed Shaun of the Dead because of that.

I realized my fault in that moment when Simon Pegg appeared as Montgomery Scott in 2009s Star Trek and I thought: “Fuck! Who is that guy?” Since then I tried to catch up with my failure and of course I watched the first two parts of the “blood and ice-cream”- or Cornetto triology. And I decided that Hot Fuzz must be the funniest film of all times.
So now finally part 3 (whereas “finally” is quite relative when you only watched part 1 and 2 this year) is in the movies: The World’s End. Again after the script of Edgar Wright and Simon Pegg. Again directey by Edgar Wright. Again with Simon Pegg and Nick Frost in the main roles.
Five friends, twelve pubs: Gary King (Simon Pegg) is a fucked up guy. He was cool once, a leader, happy, but today is only a wreck, that’s stuck in the year of 1990. And he wants to go back to then. He finally wants to complete the biggest booze tour of all times with his former (!) buddies (Nick Frost, Martin Freeman, Eddie Marsan, Paddy Considine). Unfortunately they become aware that their old home town is not only “starbucked”, no, the inhabitants also have been replaced by robots after an alien invasion. And those tend to get nasty if you disturb their harmony …
A little bit apocalypse, a little bit Stepford Wives, a hell lot of Wright-Pegg. While Shaun of the Dead and Hot Fuzz satirized the horror movie and action genre, they mainly quote themselves with The World’s End. That’s entertaining (eventhough it’s less funny than Hot Fuzz), but still much more than stupifiying amusement. The World’s End is a movie about – of course – friendship, but also about human’s liability to mechanization and internetting (especially today a current subject) and the question if it’s healthy to leave your boyhood behind. Martin Freeman’s characters Oliver is nearly from beginning on one of them, while Eddie Marsan’s Peter should try to live with his past instead of getting over it.
Honestly said, the first quarter of an hour I thought that Gary King is incredibly exhausting (also caused by a long work day plus sports). But with increasing danger and drunkenness of the characters, The World’s End got more chilled, funnier and deeper. And in the end I even liked Gary King … a little … okay, very. (But what can I say? I fancy Simon Pegg, that guy is simply gorgeous!)

Love, Larissa